Smarte und nachhaltige Verkehrslogistik

Ein Beispiel der Stadt Nürnberg

Laptop mit einer Karte und Modellautos auf dem Display

Dana Kühnel Best Practice

Haben Sie sich auch schonmal gefragt, wie smarte und nachhaltige Verkehrslogistik aussehen kann?
Die Stadtretter zeigen uns gemeinsam mit der Stadt Nürnberg, wie das aussehen kann.

Das Ziel vieler Städte ist es, eine Auto-arme oder sogar eine autofreie Innenstadt zu erreichen. Eine wichtige Frage hierbei ist es, muss denn überhaupt jeder unbegrenzt überall hinfahren können?

Zu den größten Problemen, die die Verkehrslogistik zu lösen versucht, gehören die ständig und überall verstopften Straßen in Städten und die dadurch entstehenden Belastungen. Lärm, Feinstaub oder auch das pure Verkehrschaos sind nur eine Handvoll davon. Es gibt Lösungsansätze in denen versucht wird zu erwirken, dass die Innenstädte vollkommen autofrei werden. Doch hierbei werden nicht Liefer- und Ladeverkehre bedacht, die auf der sogenannten „Letzten Meile“ immer noch benötigt werden. Ob es jetzt Lieferungen für Anwohner oder für Einzelhandelsgeschäfte sind, macht hierbei keinen Unterschied.

Die „Letzte Meile“ – wichtiger Baustein von Verkehrslogistik

Bei Lieferverkehr ist die „Letzte Meile“ ein wichtiger Knackpunkt. Hier sind kleine LKWs oder Transporter nicht weg zu denken, da eben dieser Wirtschaftsverkehr unvermeidbar ist. Aber wie kann man diese Herausforderung lösen? Hierfür bieten wir zwei Ansatzmöglichkeiten. Zum einen den Weg unterirdische Transportwege zu nutzen und zum anderen der Einsatz von Drohnen. Auch wenn diese Ansätze nicht den Lieferverkehr komplett ersetzen werden, so können sie ihn doch minimieren.

Sind elektrische Lieferfahrzeuge und Lasträder die Lösung?

Ergänzend zu den alternativen Liefermöglichkeiten, ist ein kombinierter Einsatz von elektrischen Fahrzeugen und Lasträdern absolut sinnvoll.
Durch die Verwendung von Lastenrädern ist es, neben einem wirksamen Beitrag zur Luftreinigung und dem Klimaschutz, möglich ca. 30% des urbanen Sendungsaufkommens abzudecken. Zusätzlich entfällt hierdurch auch das Verkehrschaos, das oft durch das Parken in zweiter Reihe entsteht.

Das Mikro-Depot-Konzept und dessen Hindernisse

Für einen maximal effektiven Einsatz von Lastenrädern ist es notwendig, das Mikro-Depot Konzept anzuwenden. „Mikro-Depots sind an geeigneten Orten abgestellte Wechselbrücken oder Immobilien für den zusätzlichen Sendungsumschlag vom LKW auf das Lastenrad.“ Hierdurch erfolgt die Lieferung von dem Depot des jeweiligen Unternehmens über das Mikro-Depot und schließlich per Lastenrad bis hin zum Endkunden. Man unterscheidet zwischen mobilen und stationären Mikro-Depots.

Ein Mikro Depot setzt einige Dinge voraus. Für mobile Mikro-Depots wird beispielsweise eine Zufahrts- sowie Wendemöglichkeit für schwere LKWs benötigt. Und eine nächtliche Abstellmöglichkeit für die Lastenräder mit mindestens 220V-Anschluss.
Ein stationäres Mikro-Depot benötigt ebenfalls Zufahrtmöglichkeiten für leichte LWKs mit zusätzlicher Ladebordwand. Der Platzbedarf pro Lastenrad beträgt in etwa 10m².

Doch auch trotz all der positive Seiten, die die Anwendung von Mikro-Depots mit sich bringt, gibt es auch Herausforderungen. Vor allem entstehen zusätzliche Kosten, die aber durch Effizienz auf der „Letzten Meile“ ausgeglichen werden können und müssen.

Best Practice der Stadt Nürnberg

Am Beispiel der Stadt Nürnberg können wir sehen, wie gut das Mikro-Depot Konzept funktionieren kann. 2016 wurde ein Pilotprojekt mit einem stationären Mikro-Depot gestartet. Es wird ein ehemaliges Ladengeschäft mit 90m² mit zusätzlichem 100m² großem Kellerraum mit Lastenaufzug genutzt. Zusammen bringt dies Platz für 8 Lastenräder. Durch dieses eine Mikro-Depot sind 7 Transporter effizient und auf ökologische Weise ersetzt worden.

Das Mikro-Depot Konzept steht noch vor einige Herausforderungen

Vor allem fehlt es an geeigneten Standorten, die als Mikro-Depot genutzt werden könnten. Bei den Überlegungen dieses Problem zu lösen ist eine Idee, dass der ÖPNV mit integriert wird. Hier könnten Haltestellen oder Bahnhöfe auf der „Letzten Meile“ als Lager fungieren, das so genannte „Haltestellenkonzept“. Ebenfalls wird überlegt, dass Konzept der Selbstabholung zu erweitern. In Deutschland ist man es gewohnt, dass die Pakete bis an die Haustür geliefert werden. Es wäre allerdings ebenfalls möglich, dass die Endkunden ihre Pakete an diesen Lagern selbst abholen. Ähnlich wie es mit den DHL-Packstationen schon jetzt funktioniert. Dies wäre, allerdings nur unter der Prämisse, dass dadurch kein zusätzlicher Verkehr generiert wird, sinnvoll.

Smarte Verkehrslogistik muss immer wirtschaftlich sein

Nachhaltige Verkehrslogistik bewegt sich in einem Spannungsfeld mit 3 Dimensionen. Man möchte ökologische – und soziale Schadenswirkungen vermeiden, einen Nutzen generieren, aber auch dafür sorgen, dass weiterhin ein wirtschaftlicher Betrieb durch die beteiligten Partner möglich ist.

Ein Blick auf die Entwicklung des derzeitigen Sendungsaufkommen zeigt, dass nicht davon auszugehen ist, dass das KEP-Sendungsaufkommen abnehmen wird. Ganz im Gegenteil, auch durch die derzeitige Pandemie begründet. Gleichzeitig lässt sich auch eine Veränderung der Sendungsstruktur erkennen hin zu immer mehr kleineren und leichteren Paketen. Diese Entwicklung hat einen positiven Einfluss auf die Einsetzbarkeit des Lastenrads und das Mikro-Depot-Konzept. Aber nicht nur KEP-Dienstleister könnten davon profitieren. Auch für die Pharmaindustrie, die Gastronomie, der Einzelhandel und viele mehr wäre diese Konzept eine gute Möglichkeit.

Und nun?

Städte können direkt loslegen. Die Datenanalyse des städtischen Logistikaufkommens ist der erste Schritt und für jede Kommune schnell umsetzbar. Die Deutsche Telekom steht aufbauend auf den genannten Projekten zusammen mit der TH Nürnberg für Gespräche mit Kommunen bereit.

Sie möchten wissen, ob dieses Konzept für Sie umsetzbar ist? Kontaktieren Sie uns gerne!

Mehr Infos zum Thema finden Sie im hier.

Blog